Löhne in der Schweiz: Überblick nach Wirtschaftszweig
Die Löhne in der Schweiz sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern bekanntlich besonders hoch. Daher gilt die Schweiz oft als Eldorado für Arbeitnehmer. Aber wie sieht es tatsächlich aus? Welche Besonderheiten sind zu beachten? Gibt es in der Schweiz einen Mindestlohn? Wie hoch sind die Löhne in der Schweiz nach Branchen?
Erfahren Sie in diesem Überblick nach Branchen alles, was Sie schon immer über die Löhne in der Schweiz wissen wollten.
Wie hoch ist der Mindestlohn in der Schweiz?
Da die Lohnunterschiede je nach Branche oft sehr groß sind, ist es interessant, den landesweit geltenden Mindestlohn zu kennen. Da die Schweiz jedoch ein föderaler Staat ist, gibt es streng genommen keinen „schweizerischen Mindestlohn“.
Der Schweizer Mindestlohn gilt nämlich auf kantonaler Ebene. Einige Schweizer Kantone haben einen Mindestlohn eingeführt. Dies ist der Fall in Genf, im Jura, in Neuenburg, im Tessin und in Basel-Stadt. Der Mindestlohn reicht somit von 19 CHF pro Stunde im Tessin (das entspricht etwa 3’200 CHF Bruttomonatslohn bei einer 42-Stunden-Woche, also etwa 2’960 €) bis zu 23 CHF pro Stunde in Genf (das entspricht etwa 4’182 CHF bei einer 42-Stunden-Woche, also etwa 3’870 €).
Abgesehen von diesen fünf Kantonen gibt es keinen schweizerischen Mindestlohn, es sei denn, dies ist in einem Gesamtarbeitsvertrag festgelegt (unabhängig von den Kantonen). Dabei ist zu beachten, dass etwa jeder dritte Arbeitnehmer in der Schweiz unter einen Gesamtarbeitsvertrag fällt.
Löhne in der Schweiz: Was Sie wissen sollten
Laut dem Schweizer Bundesamt für Statistik (BFS) lag der durchschnittliche Bruttomonatslohn in der Schweiz im Jahr 2018 bei 4’735 CHF, was etwa 4’025 € entspricht. Hinter diesem attraktiven Durchschnittslohn verbergen sich jedoch Besonderheiten, die Sie unbedingt kennen sollten.
Die wöchentliche Arbeitszeit ist in der Schweiz tatsächlich höher als in Frankreich. Eine weitere Besonderheit: Das Verhältnis von Brutto- zu Nettolohn ist in der Schweiz deutlich günstiger als in Frankreich. Schließlich müssen Sie Ihre Krankenversicherung selbst bezahlen: Diese Kosten sollten daher bei der Berechnung des Schweizer Lohns berücksichtigt werden, da sie das monatliche Einkommen erheblich belasten.
Beachten Sie ausserdem, dass das Gehalt in der Schweiz in der Regel 13 Monatslöhne umfasst: 12 Monatslöhne und einen 13. Monatslohn im Dezember. Allerdings zahlen nicht alle Schweizer Arbeitgeber grundsätzlich einen 13. Monatslohn aus.
Eine höhere wöchentliche Arbeitszeit als in Frankreich
Das Gehalt in der Schweiz wird auf der Grundlage einer wöchentlichen Arbeitszeit von 41,7 Stunden ausgezahlt. Diese Arbeitszeit liegt eine Stunde über dem Durchschnitt in der Europäischen Union (EU) und 6,7 Stunden über der gesetzlichen Arbeitszeit in Frankreich.
Das Verhältnis zwischen Brutto- und Nettolohn ist in der Schweiz günstiger als in Frankreich
Der Unterschied zwischen Brutto- und Nettolohn ist in der Schweiz größer als in den meisten EU-Ländern. Die Sozialabgaben (Vorsorge, Rente, Versicherungen, Arbeitslosenversicherung) machen zwischen 13 und 17 % des Schweizer Bruttolohns aus. Zum Vergleich: In Frankreich betragen sie durchschnittlich 23 %. Bei gleichem Bruttolohn erhält ein Arbeitnehmer in der Schweiz somit einen höheren Nettolohn als ein Arbeitnehmer in Frankreich.
Aus diesem Grund zieht die Schweiz natürlich Grenzgänger an, die bereit sind, die Grenze zu überqueren, um mehr zu verdienen, bevor sie ihren Lohn in Schweizer Franken in die Währung ihrer Wahl umtauschen.
Die Krankenversicherung ist im Schweizer Lohn nicht enthalten
Abgesehen davon, dass die Lebenshaltungskosten nicht dieselben sind wie in Frankreich, muss bei der Berechnung des Schweizer Gehalts ein wichtiger Faktor berücksichtigt werden: Die Krankenversicherung wird vollständig vom Arbeitnehmer getragen. Sie müssen also Ihren Beitrag zur Schweizer Krankenversicherung separat bezahlen.
Auch wenn Sie sich entscheiden, in der Schweiz zu arbeiten und in Frankreich zu wohnen (als Grenzgänger), müssen Sie eine Schweizer Grenzgänger-Krankenversicherung abschließen.
Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Nach Angaben des BFS zahlt ein Haushalt im Durchschnitt monatlich 554 CHF (ca. 454 €) für die Grundkrankenversicherung, 146 CHF (ca. 120 €) für Zusatzkrankenversicherungen und 191 CHF (ca. 157 €) für andere Versicherungsarten; Das sind nicht unerhebliche Beträge, bei denen Sie das Wechselkursrisiko im Auge behalten sollten.
Überblick über die Löhne in der Schweiz nach Wirtschaftszweig
Die Vergütung in der Schweiz hängt sowohl von der jeweiligen Position als auch von der Branche und der jeweiligen Berufserfahrung ab.
Die Branchen mit den höchsten Gehältern: Banken, Versicherungen und IT
Es überrascht nicht, dass die Branchen Banken, Versicherungen und IT in der Schweiz zu den Branchen mit den höchsten Gehältern zählen. Über alle Qualifikationsstufen hinweg bietet der Schweizer Finanzsektor (Banken und Versicherungen) ein durchschnittliches Bruttogehalt von über 9’240 CHF pro Monat (das entspricht etwa 8’504 €).
Auch die IT-Branche steht dem in nichts nach. Die Gehälter in der Schweizer IT-Branche reichen von 5’136 CHF brutto monatlich (ca. 4’725 €) für einen Junior-IT-Support-Techniker bis zu 10’791 CHF (ca. 9’927 €) für einen Senior-IT-Architekten, über durchschnittlich 5’810 CHF (ca. 5’345 €) für einen Junior-Systemingenieur bzw. 9’237 CHF (ca. 8’498 €) für einen Senior Data Scientist.
Zu beachten ist, dass die Wachstumsbranchen Pharmazie und Chemie in der Schweiz ebenfalls sehr gut bezahlt werden. Dies gilt umso mehr für Ingenieure (deren durchschnittliches Bruttojahresgehalt bei 117’000 CHF liegt, was etwa 107’874 € entspricht). Auch die Schweizer Uhren- und Luxusunternehmen bieten attraktive Gehälter (von 54’000 CHF bis 121’000 CHF Bruttojahresgehalt, d. h. zwischen ca. 49’710 € und 111’541 €).
Die Branchen mit den niedrigsten Löhnen: Baugewerbe, Gastgewerbe und Einzelhandel
Im Baugewerbe liegt der durchschnittliche Bruttolohn in der Schweiz bei 6’000 CHF pro Monat (ca. 5’518 €), wobei es jedoch erhebliche Unterschiede zwischen Führungskräften und Arbeitern gibt. Im Gastgewerbe liegen die Schweizer Gehälter bei 4’200 CHF brutto monatlich (ca. 3’860 €) für einen Servicemitarbeiter und bei 6’000 CHF (ca. 5’518 €) für einen Küchenchef. Im Handelssektor beträgt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt eines Schweizer Verkäufers 4’000 CHF (ca. 3’675 €).
Ein Wort zu Praktikanten und dualen Studenten in der Schweiz. Die Vergütungen für Praktikanten in der Schweiz liegen zwischen 500 CHF (ca. 455 €) und 2 000 CHF (ca. 1 835 €). Bei Langzeitpraktika, für die Studierende von Fachhochschulen benötigt werden, können sie bis zu 2 500 CHF (ca. 2 295 €) betragen. Diese Vergütungen sind mit denen von dualen Auszubildenden in der Schweiz vergleichbar.
Wir hoffen, dass Ihnen dieser Überblick über die Gehälter in der Schweiz nach Branchen geholfen hat, sich einen besseren Überblick zu verschaffen. Möchten Sie sicher sein, den genauen Gegenwert eines Gehalts in Schweizer Franken in Euro zu kennen? Nutzen Sie einen Währungsrechner in Echtzeit.


