Gründung einer Tochtergesellschaft im Ausland: 10 wichtige Punkte für Schweizer Unternehmen
Die Gründung einer Tochtergesellschaft im Ausland ist ein wichtiger Schritt im Expansionsprozess eines Unternehmens und erfordert daher, dass vor jeder Entscheidung eine Vielzahl von Vorkehrungen getroffen wird.
Ihr Unternehmen hat sich in den letzten Jahren in der Schweiz weiterentwickelt, und nun haben Sie das Gefühl, dass es an der Zeit ist, neue Märkte zu erschließen, um Ihr Wachstum fortzusetzen!
Auch wenn diese Lösung verlockend und rentabel erscheinen mag, erfordert die Identifizierung und erfolgreiche Erschließung des für Ihr Angebot geeigneten Marktes eine äußerst solide Planung. Hier sind die 10 wichtigsten Punkte, die Sie vor dem Start prüfen sollten.
#1 Ziele und Rahmenbedingungen festlegen
Noch bevor Sie mit der Expansion Ihres Unternehmens ins Ausland beginnen, sollten Sie sich zunächst die Frage nach Ihren Zielen stellen: Über welche Ressourcen verfügen Sie – sowohl in finanzieller Hinsicht als auch in Bezug auf Personal und Zeit?
Die Gründung einer Tochtergesellschaft im Ausland ist nämlich mit Kosten verbunden, die sich langfristig amortisieren müssen.
Es ist daher von entscheidender Bedeutung, über die für die Ermittlung dieser Kosten erforderlichen Steuerungsinstrumente zu verfügen, wie zum Beispiel:
- Software für das Cash-Management;
- Planentwürfe;
- Finanzierungsübersichten nach Projekten.
Ergänzend zu dieser unternehmensinternen Sichtweise ist es wichtig, eine umfassende Liste potenzieller Expansionsmärkte zu erstellen, um dort eine gründliche Marktanalyse durchzuführen.
Das Profil Ihrer Kundschaft vor Ort (typische Verbraucherpersönlichkeit), der lokale Wettbewerb, Herausforderungen im Zusammenhang mit Logistikkosten und Mieten … All dies sind entscheidende Faktoren, um die Modalitäten Ihrer Markteinführung festzulegen und Ihr Budget anzupassen.
Darüber hinaus ist es für die erfolgreiche Entwicklung Ihrer Niederlassung von entscheidender Bedeutung, die richtigen Mitarbeiter für den Auslandseinsatz zu rekrutieren (oder dorthin zu entsenden): Fachliche Kompetenz allein reicht nicht aus – wichtig ist auch, dass man sich vor Ort kulturell anpassen kann!
#2 Lokale Kultur
Die Unterschiede zwischen den sozialen und kulturellen Normen in der Schweiz und denen in anderen Ländern können erheblich sein. Setzen Sie sich daher im Vorfeld mit folgenden Punkten auseinander:
- Kulturelle Gepflogenheiten. Um im Gastland gute Beziehungen zu pflegen, ist es wichtig, sich im Vorfeld darüber zu informieren, welche Verhaltensweisen in der Geschäftswelt akzeptiert werden und welche hingegen negativ wahrgenommen werden. Ebenso hilft Ihnen die Aneignung historischer und kultureller Kenntnisse über das Land dabei, sich besser zu integrieren und in einem förderlichen Umfeld zu arbeiten.
- Arbeitszeiten. Die Einstellung zur Arbeitszeit ist nicht überall gleich: Während es in manchen Ländern üblich ist, am Arbeitsplatz zu essen, gilt diese Praxis beispielsweise in den Niederlanden als unhöflich. Zudem können Pausenzeiten und Arbeitszeiten von Land zu Land variieren. Es liegt an Ihnen, ein Gleichgewicht zu schaffen, um die Motivation und Effizienz Ihrer Mitarbeiter auf einem Höchststand zu halten.
- Arbeitsweisen. Auch wenn viele westeuropäische Länder eher bürokratisch und strukturiert funktionieren, ist die Art der Arbeitsorganisation nicht überall gleich. In manchen Regionen unterscheiden sich das Zeitverständnis und die Arbeitsdisziplin. Es ist daher wichtig, Flexibilität zu zeigen, um Kompromisse zu finden, die es Ihnen ermöglichen, Ihre zeitlichen und qualitativen Anforderungen zu erfüllen und gleichzeitig die lokale Arbeitskultur zu respektieren.
- Beziehungsnormen. Auch wenn manche Regionen für die Begegnung mit und die Aufnahme von Ausländern besonders geeignet sind, ist dies nicht überall der Fall: Der Integrationsprozess kann mehr oder weniger langwierig sein. Gegebenenfalls werden Sie auf gewisse Beziehungsprobleme mit der lokalen Bevölkerung (Kunden, Lieferanten, Partner…) stoßen und müssen Geduld beweisen, um deren Vertrauen zu gewinnen.
Neben seinen kulturellen Besonderheiten ist ein Land in technologischer, gesundheitlicher und sozialer Hinsicht mehr oder weniger weit entwickelt. Achten Sie daher darauf, diese Faktoren zu berücksichtigen, um Ihre Arbeitsbedingungen (und sogar Ihre Sicherheit) zu gewährleisten.
Tatsächlich könnte ein Umfeld ohne Internetzugang, in dem Naturkatastrophen und die Ausbreitung von Krankheiten begünstigt werden und das von sozialen Spannungen geprägt ist, Ihre Expansion schnell beeinträchtigen, wenn all diese Faktoren nicht im Vorfeld berücksichtigt werden!
#3 Lokale Rechtsvorschriften
Da für die Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland – genau wie beim Import – die gesetzlichen Vorschriften des Aufnahmelandes maßgeblich sind, ist es unerlässlich, mit den lokalen Rechtsvorschriften vertraut zu sein.
Gut zu wissen: Wenn Sie alles über Einfuhrverfahren erfahren möchten, lesen Sie unseren umfassenden Leitfaden zum Import und Export in der Schweiz im Jahr 2021.
Je nach dem von Ihnen gewählten Land gelten unterschiedliche Vorschriften in Bezug auf Entsendung, Wirtschaft, Besteuerung und Sozialversicherung. Wenn Sie diese Vorschriften kennen, können Sie viele Hindernisse und unvorhergesehene Kosten in der Gründungs- und Wachstumsphase Ihrer Tochtergesellschaft vermeiden.
#4 Die Tochtergesellschaft
Durch die Gründung einer Tochtergesellschaft erhält die Muttergesellschaft ein Kontrollrecht über alle Aktivitäten der neuen Gesellschaft. Dieser Vorteil geht einher mit der Tatsache, dass bei etwaigen geschäftlichen Rechtsstreitigkeiten der Tochtergesellschaft die strafrechtliche Haftung der Muttergesellschaft nur begrenzt ist.
Zudem lassen sich die von den Tochtergesellschaften erzielten Gewinne problemlos an die Muttergesellschaft überweisen, was die Umsetzung groß angelegter Entwicklungsstrategien erheblich erleichtert.
Die Gründung einer Tochtergesellschaft im Zielland ist daher oft die naheliegendste Lösung. Dennoch stehen dem Unternehmensleiter, der neue Märkte im Ausland erschließen möchte, auch andere Optionen zur Verfügung.
#5 Das unabhängige Unternehmen
Auch wenn die Gründung eines völlig unabhängigen Unternehmens „von Grund auf“ kostspieliger, zeitaufwändiger und komplexer ist, bietet sie doch gewisse Vorteile hinsichtlich der freien Wahl der Rechtsform.
Eine neue Rechtsform, neue Mitarbeiter, ein neues Netzwerk lokaler Partner, ein neuer Markt … Die Gründung eines eigenständigen Unternehmens ermöglicht es, eine Identität anzunehmen, die besser auf den Zielmarkt zugeschnitten ist.
Da die Mitarbeiter Ihres neuen Unternehmens vor Ort eingestellt werden, wird die Integration in das lokale kulturelle Umfeld weitaus weniger Probleme bereiten als bei der Gründung einer Tochtergesellschaft. Dadurch fallen auch die Kosten geringer aus.
#6 Der Aufkauf lokaler Unternehmen
Die dritte Möglichkeit bestünde schließlich darin, ein bereits bestehendes lokales Unternehmen zu erwerben. Durch eine direkte Investition vor Ort nehmen Sie eine Kapitalerhöhung des bestehenden Unternehmens in Form von Aktien vor.
Das so erworbene Kapitalgewicht verleiht dem Aktionär Entscheidungsbefugnis, sofern die in der Satzung der Gesellschaft festgelegten Anlagevorschriften eingehalten werden.
Gut zu wissen: Um mögliche Fallstricke dieses komplexen rechtlichen Verfahrens zu umgehen, ist es ratsam, sich von einem auf Arbeits-, Rechts- und Steuerrecht spezialisierten Anwalt beraten zu lassen.
Ein solcher Schritt bietet zahlreiche Vorteile, die eine Tochtergesellschaft oder eine Unternehmensgründung nicht bieten:
- Diversifizierte Risiken. Risiken aufgrund einer möglichen wirtschaftlichen oder politischen Instabilität lassen sich leichter bewältigen, da die Kosten auf Ihre verschiedenen Niederlassungen verteilt werden. Ebenso wird das Wechselkursrisiko gestreut und Ihre Devisengeschäfte optimiert, sofern Sie die Dienste eines qualifizierten Anbieters wie b-sharpe in Anspruch nehmen.
- Erhöhte Wettbewerbsfähigkeit. Ein anderer Markt erfordert andere Vorgehensweisen. Wenn Sie sich das Know-how eines bereits etablierten lokalen Unternehmens zunutze machen, können Sie neue Erkenntnisse gewinnen, die sich auf Ihre Produktionsprozesse in der Schweiz übertragen lassen.
- Eine bessere lokale Integration. Da das Unternehmen bereits auf dem Zielmarkt präsent und aktiv ist, steht es schon im Zentrum der Netzwerke lokaler Akteure: Dies erspart Ihnen im Rahmen einer Auslandsniederlassung einen erheblichen Arbeitsaufwand. Ebenso müssen Sie keine neuen Mitarbeiter einstellen.
Andererseits müssen Sie jedoch mit hohen Kosten rechnen, die durch die Übernahme von Gehältern, die Miete für Ihre Räumlichkeiten, Instandhaltungskosten und lokale Steuern entstehen. Darüber hinaus sollten Sie Wechselkursschwankungen im Auge behalten, insbesondere bei Ihrer Rechnungsstellung.
Zwar bietet die Übernahme eines bestehenden Unternehmens die Möglichkeit, sich von neuen Praktiken inspirieren zu lassen, doch kann eine solche Übernahme auch mit finanziellen Schwierigkeiten und zu tilgenden Schulden verbunden sein: Ideal ist es daher, vor dem Kauf eine Prüfung durchführen zu lassen.
Schließlich – und weil Vertrauen keine Kontrolle ausschließt – ist es wichtig, die Vertraulichkeit Ihrer eigenen Produktionsprozesse zu wahren, indem Sie den Informationsfluss von der Muttergesellschaft zum lokalen Unternehmen sorgfältig kontrollieren.
#7 Unternehmensform
Ein wichtiger Faktor, den Sie bei der Auswahl der besten Investitionslösung berücksichtigen sollten, ist die Art des Unternehmens, das Sie im Ausland erwerben möchten.
Handelt es sich um Büroräume? Um eine Fabrik? Um ein Geschäft? Je nach Fall werden die Produktionsprozesse und die kulturelle Integration vor Ort unterschiedlich wichtig sein.
Um diese Frage zu beantworten, ist es notwendig, vorab eine umfassende Bestandsaufnahme Ihrer Geschäftsstrategie vorzunehmen. Durch die Erstellung mehrerer finanzieller Szenarien für die kurze, mittlere und lange Frist können Sie die durch Ihre Investition entstehenden Kosten und Erträge besser einschätzen.
Bitte beachten Sie: Denken Sie daran, dass der Return on Investment (ROI) ein zentraler Faktor in Ihrem Entscheidungsprozess ist!
#8 Lokale Partner
Da die Gründung einer Tochtergesellschaft im Ausland nur der Anfang Ihres Expansionsprozesses ist, wird die Wahl Ihrer lokalen Partner langfristig Auswirkungen haben und somit entscheidend für Ihr internationales Wachstum sein.
Auch hier gilt es, wie bei der Wahl des Standorts, eine Marktanalyse zu erstellen, um sich einen Überblick über die verschiedenen potenziellen Partner zu verschaffen, mit denen Sie zusammenarbeiten könnten.
Um Ihnen bei Ihrer Entscheidung zu helfen, kann es sinnvoll sein, eine Liste potenzieller Partner zu erstellen.
Diese Liste hilft Ihnen dann dabei, Ihre Auswahl nach verschiedenen Kriterien zu priorisieren, nämlich:
- ihren Ruf auf dem jeweiligen Markt;
- ihren Platz in den lokalen Netzwerken;
- ihre Effizienz und Reaktionsfähigkeit;
- ihr ethisches Niveau;
- ihre Beherrschung verschiedener Sprachen;
- ihre Kompetenzen im Bereich Teamführung;
- …
Hinweis: Es ist wichtig, dass Sie diese Liste an die Branche anpassen, in der Sie tätig sind, um interessante Profile besser identifizieren zu können.
Auch wenn dieser Schritt erst nach der Gründung Ihrer Tochtergesellschaft erfolgt, kann es sinnvoll sein, diesen Vergleich bereits im Vorfeld und in den verschiedenen in Frage kommenden Ländern durchzuführen, um hohe finanzielle Verluste zu vermeiden.
#9 Unternehmenszweck
Auch wenn im Allgemeinen im Ausland gegründete Tochtergesellschaften denselben Unternehmenszweck wie die Muttergesellschaft haben, ist dies nicht immer der Fall. Diese Entscheidung hängt von den Tätigkeiten ab, die die Tochtergesellschaft nach ihrer Gründung oder ihrem Erwerb ausübt.
Die Satzung wird hingegen vom Verwaltungsrat (VR) der Muttergesellschaft festgelegt. Sollte der Gesellschaftszweck von dem der Muttergesellschaft abweichen, ist eine außerordentliche Hauptversammlung (AHV) erforderlich, um diesen Beschluss zu bestätigen.
#10 Rechtsform
Während der Unternehmenszweck und die Satzung somit nach schweizerischem Recht festgelegt werden können, verhält es sich bei der Rechtsform Ihrer Tochtergesellschaft anders: Diese muss ihrerseits den Vorschriften des gewählten Standortlandes entsprechen.
Achtung: Die steuerlichen Aspekte, die Abkommen sowie die Formalitäten zur Erstellung Ihrer Unterlagen sollten Sie anhand der vom Gastland bereitgestellten Unterlagen sorgfältig prüfen. Eine falsche Entscheidung könnte langfristig erhebliche Auswirkungen auf Ihre Gewinne haben!
Nun wissen Sie alles über die verschiedenen Punkte, die Sie bei Ihrem Auslands-Expansionsprojekt beachten müssen. Jetzt müssen Sie nur noch jeden dieser Schritte gewissenhaft befolgen!
Da im Rahmen einer internationalen Expansion Finanzströme an der Tagesordnung sind, ist es jedoch von entscheidender Bedeutung, jeden Devisengeschäft zu optimieren. Daher stellt Ihnen b-sharpe die besten Tools zur Währungsumrechnung zur Verfügung, um Ihre Unternehmensersparnisse zu steigern!


