4 Tipps für Ihre Import- und Exportgeschäfte mit China
- Die Besonderheiten des chinesischen Marktes
- Tipp Nr. 1: Eine auf den Incoterms basierende Importstrategie festlegen
- Tipp Nr. 2: Identifizieren Sie einen zuverlässigen Lieferanten
- Tipp Nr. 3: Beantragen Sie das CCC-Zertifikat (Export)
- Tipp Nr. 4: Nutzen Sie das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China (Export)
Möchten Sie ein Import-/Exportgeschäft mit China aufbauen oder Ihre bestehenden Geschäftsbeziehungen optimieren? Der chinesische Markt zeichnet sich durch seine Größe und die Komplexität der sich ständig weiterentwickelnden Vorschriften aus, denen er unterliegt...
• China, die zweitgrösste Volkswirtschaft der Welt, ist seit 2010 der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz, hinter der EU und den USA.
• Eine Importstrategie auf Basis von Incoterms zu strukturieren verteilt die Risiken von Transportschäden fairer zwischen Importeur und Exporteur.
• Der Artikel beschreibt 4 wesentliche Tipps, um Import-/Exportgeschäfte mit China abzusichern und langfristig erfolgreich zu gestalten.
- Die Besonderheiten des chinesischen Marktes
- Tipp Nr. 1: Eine auf den Incoterms basierende Importstrategie festlegen
- Tipp Nr. 2: Identifizieren Sie einen zuverlässigen Lieferanten
- Tipp Nr. 3: Beantragen Sie das CCC-Zertifikat (Export)
- Tipp Nr. 4: Nutzen Sie das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China (Export)
Entdecken Sie unsere 4 wichtigsten Tipps, um Ihre Import- und Exportgeschäfte mit China zu optimieren und so den langfristigen Erfolg Ihres Unternehmens zu sichern.
Die Besonderheiten des chinesischen Marktes
Chinas Wirtschaftspartner
Als zweitgrösste Wirtschaftsmacht der Welt mit einem vom Internationalen Währungsfonds (IWF) für das Jahr 2021 auf 16’493 Milliarden Dollar geschätzten BIP verzeichnet die Volksrepublik China seit mehreren Jahren einen sehr grossen Handelsüberschuss.
Gemäss Zahlen der Welthandelsorganisation (WTO) ist das Reich der Mitte der weltweit grösste Warenexporteur und zugleich der zweitgrösste Importeur der Welt. In den letzten Jahrzehnten hat sich China schrittweise dem Aussenhandel geöffnet, sodass dieser heute mehr als 35 % seines gesamten BIP ausmacht.
Chinas wichtigste Wirtschaftspartner im Export (Abnehmerländer) sind (Daten Comtrade):
- die Vereinigten Staaten (16,8 %);
- Hongkong (11,2 %);
- Japan (5,7 %);
- Südkorea (4,4 %);
- Vietnam (3,9 %).
Chinas wichtigste Wirtschaftspartner im Import (Lieferländer) sind (Daten Comtrade):
- Südkorea (8,4 %);
- Japan (8,3 %);
- die Vereinigten Staaten (6 %);
- Australien (5,8 %);
- Deutschland (5,1 %).
Die bilateralen Beziehungen zwischen China und der Schweiz
China und die Schweiz pflegen seit 1950 bilaterale Beziehungen, die durch zahlreiche Dialoge in vielfältigen Bereichen geprägt sind, etwa in der Entwicklungszusammenarbeit, der Wissenschaft, den Finanzen oder der Umwelt.
Seit 2010 ist China der drittwichtigste Handelspartner der Schweiz hinter der Europäischen Union (EU) und den Vereinigten Staaten und damit ihr wichtigster Handelspartner in Asien.
Tipp Nr. 1: Eine auf den Incoterms basierende Importstrategie festlegen
Als Unternehmen, das Waren aus China in die Schweiz importiert, werden Sie leider wahrscheinlich feststellen, dass die gelieferten Waren Transportschäden aufweisen. Denn sei es in der Fabrik während der Produktion oder beim Verladen – die Fracht wird nicht immer mit der nötigen Sorgfalt behandelt …
Im Verhältnis zwischen Importeur und Exporteur kann das Risikoniveau für den Importeur jedoch stark variieren. Es ist daher unerlässlich, Ihren Importverträgen und den darin enthaltenen Garantien besondere Aufmerksamkeit zu widmen, um die Leistung zu wählen, die den Erwartungen Ihres Unternehmens am besten entspricht.
Im internationalen Handel sind die Incoterms das A und O.
Diese standardisierten Klauseln legen die Verantwortlichkeiten von Verkäufer und Käufer in jeder Phase des Warentransports fest und bestimmen insbesondere den genauen Zeitpunkt, zu dem Pflichten, Übernahme der Transportkosten, Risiken, Versicherung und Zollabfertigung vom Verkäufer auf den Käufer übergehen.
Es gibt insgesamt 11 Incoterms, wobei der Incoterm EXW und der Incoterm DDP die beiden Extreme dieser Bandbreite bilden.
Beim Incoterm EXW ist der Verkäufer lediglich für die Bereitstellung der Ware verantwortlich; folglich trägt der Käufer die Kosten und Risiken des Transports bis zum Lieferort.
Beim Incoterm DDP hingegen trägt der Verkäufer sämtliche Kosten und Risiken des Transports, während der Käufer die Ware lediglich entgegennehmen muss. Zur Information: Die meisten Online-Einkäufe basieren auf diesem DDP-Modell.
Tipp Nr. 2: Identifizieren Sie einen zuverlässigen Lieferanten
Als Exportnation par excellence, die jahrelang als „Werkbank der Welt” bezeichnet wurde, bietet China unzählige potenzielle Lieferanten für Ihr Unternehmen. Es empfiehlt sich daher, Ihre Partner sorgfältig und nach ihrer Zuverlässigkeit auszuwählen.
Dazu können Sie zunächst eine einfache Google-Suche durchführen, um Kundenbewertungen zu finden. Sie können auch die beliebtesten Online-Verzeichnisse und -Plattformen wie Alibaba, Global Sources oder das Hong Kong Trade Development Council
konsultieren. Zudem vergeben manche Plattformen wie Alibaba ihren Lieferanten unterschiedliche Vertrauens- und Garantiestufen (die Status sind in den Suchfiltern der Plattform ersichtlich):
- Gold Supplier: Der Lieferant bezahlt ein monatliches Abonnement, um diesen Status zu behalten (ein Zeichen für Professionalität und Rentabilität);
- Assessed Supplier: Der Lieferant wurde geprüft (sein Werk wurde besichtigt und zahlreiche Kontrollen seiner Geschäftstätigkeit wurden durchgeführt);
- Begünstigter der Trade Assurance: Das Angebot des Lieferanten ist durch den Alibaba-Service abgedeckt, mit dem Sie bei Problemen eine Reklamation einreichen können.
Gut zu wissen: Der vollständige Name des Werks Ihres künftigen Lieferanten liefert wertvolle Informationen, die Ihnen bei Ihrer Entscheidung helfen können. Dieser Name sollte sich normalerweise wie folgt zusammensetzen: Standort (Stadt, Region) + Firmenname + Produkt + Unternehmensart. Doch Vorsicht: Der chinesische Markt bleibt besonders starr und bürokratisch. Schon das blosse Fehlen eines Punkts am Ende des Namens Ihres Lieferanten kann dazu führen, dass Ihre Zahlung abgelehnt wird; so ähnlich sie auch sind, die Bezeichnungen „XYZ LTD.” und „XYZ LTD” sind nicht dasselbe!
Tipp Nr. 3: Beantragen Sie das CCC-Zertifikat (Export)
Das China Compulsory Certification (CCC) ist eine Zertifizierung zur Standardisierung der Produktqualität (vergleichbar mit dem CE-System der EU, wenngleich es gewisse Unterschiede gibt). Es wurde 2002 eingeführt und gilt für fast alle Produkte, die nach China exportiert werden können, sowie für bestimmte chinesische Produkte.
Im Rahmen Ihrer Exporttätigkeit nach China müssen Ihre Waren zwingend die Normen und Vorschriften des CCC-Zertifikats erfüllen. Bei Nichteinhaltung werden Ihre Waren an der chinesischen Grenze zurückgehalten oder an Sie zurückgeschickt.
Um diese Zertifizierung zu erhalten, müssen Sie:
- einen Antrag stellen bei einer zuständigen chinesischen Zertifizierungsbehörde, wobei die wichtigsten die State Administration for Market Regulation (SAMR), die Certification and Accreditation Administration of China (CNCA) und die Standardization Administration of China (SAC) sind;
- Muster Ihrer Produkte mit den entsprechenden Angaben einsenden;
- abwarten, bis die zuständigen chinesischen Behörden die Tests und Kontrollen durchführen;
- abwarten, bis diese Behörden die Inspektion Ihres Werks durchführen;
- das CCC-Zeichen für Ihre Waren erhalten, sofern alle Kriterien erfüllt sind.
Tipp Nr. 4: Nutzen Sie das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China (Export)
Die Schweiz hat das Privileg, als einziger westeuropäischer Staat seit dem 1. Juli 2014 über ein umfassendes bilaterales Freihandelsabkommen mit China zu verfügen, das einen Markt von fast 1,3 Milliarden Menschen umfasst.
Ein Abkommen, das für Import-/Exportunternehmen besonders interessant ist, da es Bestimmungen enthält zu:
- dem Waren- und Dienstleistungshandel;
- nichttarifären Handelshemmnissen;
- Handel und nachhaltiger Entwicklung;
- dem Schutz des geistigen Eigentums.
Achtung: Der Evaluationsbericht zum Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und China zeigt, dass nur 40 % der Schweizer Unternehmen, die davon profitieren könnten, das Abkommen tatsächlich nutzen – und zwar wegen der Schwierigkeit, den Nachweis der Präferenzursprungseigenschaft ihrer Waren zu erbringen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie diesen Nachweis erbringen, um das Abkommen voll auszuschöpfen!
Transportversicherung, CCC-Zertifikat, Auswahl des besten Lieferanten … Nun kennen Sie unsere 4 Tipps, um Ihre Import-/Exportgeschäfte mit China unter optimalen Bedingungen abzuwickeln.
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich gerne an die SCCC, die Swiss Chinese Chamber of Commerce. Dieser in der ganzen Schweiz vertretene Verband hat sich zum Ziel gesetzt, die Handelsbeziehungen zwischen China und der Schweiz zu verbessern. Mit über 40 Jahren Erfahrung bietet die SCCC ihren Partnern zahlreiche Dienstleistungen wie Konferenzen, Veranstaltungen und umfassende Beratung an, um Schweizer Unternehmen bei ihrer Niederlassung und Entwicklung auf chinesischem Boden bestmöglich zu unterstützen.
Wenn Sie alles über die Feinheiten dieser Branche erfahren möchten, lesen Sie auch unseren umfassenden Leitfaden zum Import/Export in der Schweiz.
Aber Vorsicht: Eine Import-/Exporttätigkeit setzt Sie zwangsläufig einer Reihe finanzieller Risiken aus, insbesondere dem Wechselkursrisiko. Deshalb stellt Ihnen b-sharpe seinen Online-Devisenservice zur Verfügung!


