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Alles Wissenswerte über Zölle in der Schweiz im Jahr 2026

Zu zahlende Beträge, zu erledigende Formalitäten, Möglichkeiten zur Befreiung… Bevor man seine Bestellung abschließt, sollte man besser wissen, was auf einen zukommt! Was muss man 2025 über Zölle in der Schweiz wissen?

Ein Produkt aus dem Ausland zu bestellen, mag einfach erscheinen, doch sobald es die Schweizer Grenze erreicht, können Gebühren und Zollformalitäten Ihren Einkauf schnell zu einer echten Herausforderung machen. Zölle, Mehrwertsteuer, Zollabfertigungsgebühren … Die Endkosten können deutlich höher ausfallen als erwartet. Wussten Sie, dass die Schweiz ein Zollsystem anwendet, das auf dem Bruttogewicht der importierten Ware basiert und nicht auf ihrem Handelswert? Dass unter bestimmten Voraussetzungen bestimmte Befreiungen bestehen? Oder dass je nach Herkunft des Produkts Zollvergünstigungen gewährt werden können?

Bevor Sie Ihre Bestellung abschließen oder ein Paket versenden, ist es wichtig, die geltenden Vorschriften genau zu kennen. Welche Zollsätze gelten? Gibt es Möglichkeiten, die Zollgebühren zu senken? Welche Bestimmungen gelten für gewerbliche und private Sendungen? In diesem Artikel geben wir Ihnen alle notwendigen Informationen, damit Sie böse Überraschungen vermeiden und Ihre Importe in die Schweiz optimieren können.

Zölle in der Schweiz – wie funktionieren sie?

Beim Import von Artikeln aus dem Ausland müssen in der Schweiz ansässige Personen in der Regel Zollgebühren entrichten. Denn es obliegt dem Empfänger der Sendung, die geltenden Abgaben zu bezahlen, und nicht dem Absender, der lediglich für die Transportkosten aufkommen muss.

Für den Empfänger lassen sich diese Kosten für den Empfang eines Pakets aus dem Ausland in drei große Kategorien einteilen:

Bestimmte Themen können zudem zusätzliche Kosten verursachen, darunter insbesondere:

  • Zusätzliche Kosten für bestimmte Produkte (Schmuck, Tabakwaren usw.);
  • Verwaltungsgebühren im Falle einer Zurückhaltung der Ware beim Zoll.

In den meisten Ländern richten sich die Zölle nach dem wirtschaftlichen Wert der eingeführten Waren. Die Schweiz wendet jedoch eine andere Methode an: Die Berechnung basiert auf dem Bruttogewicht des Artikels.

Gut zu wissen: Um eine vorschriftsmäßige Zollabfertigung zu gewährleisten, muss der Absender jedem aus dem Ausland versandten Paket eine vollständige Handelsrechnung oder eine CN22/CN23-Erklärung beilegen, unabhängig von der Menge der versendeten Waren.

Wie funktioniert die Mehrwertsteuer in der Schweiz?

Zusätzlich zu den Zöllen ist die Mehrwertsteuer zu entrichten, sofern keine Befreiung vorliegt. 

Diese wird auf den Gesamtwert der Ware berechnet, einschließlich:

  • Der Rechnungsbetrag (Produktpreis + ggf. Versandkosten);
  • Die Zollabfertigungskosten des Spediteurs;
  • Eventuelle Verwaltungskosten im Falle einer Zurückhaltung durch den Zoll.

Beispiel: Ein Schweizer Verbraucher kauft eine Kamera im Wert von 200 Schweizer Franken aus dem Ausland. Er zahlt Versandkosten in Höhe von 20 Franken und Zollabfertigungsgebühren in Höhe von 22 Franken.

Gesamtbetrag der Mehrwertsteuerbemessungsgrundlage = 200 + 20 + 22 = CHF 242

Der steuerpflichtige Wert beträgt somit 242 Schweizer Franken bei einem Standard-Mehrwertsteuersatz von 8,1 %, das ergibt:

MwSt. = 242 x 8,1 % = 19,6 CHF

Wie hoch sind die Zollabfertigungskosten in der Schweiz?

Jedes Transportunternehmen hat seine eigenen Tarife für die Zollabfertigung, die vom Herkunftsland und dem angebotenen Service abhängen.

Beispielsweise gelten bei der Schweizerischen Post folgende Zollabfertigungsgebühren:

Andere Länder: CHF 16 + 3 % des Warenwerts.

Frankreich, Deutschland, Italien und Österreich: 13 CHF + 3 % des Warenwerts;

Wie lange dauert die Zollabfertigung?

Die Bearbeitung dauert in der Regel 3 bis 4 Werktage, vorausgesetzt, alle erforderlichen Angaben sind vollständig und fehlerfrei. Fehlen Angaben, leitet die Post die notwendigen Abklärungen ein, was zu einer Verzögerung bei der Bearbeitung führen und die übliche Bearbeitungsdauer beeinträchtigen kann.

Zollbefreite Waren

Bei der Einfuhr können bestimmte Waren von Zöllen und der Mehrwertsteuer befreit sein. 

Dies gilt insbesondere für:

  • Briefe und Postkarten für private oder geschäftliche Zwecke;
  • Waren, bei denen die Zollabgaben und/oder die Mehrwertsteuer 5 Schweizer Franken nicht übersteigen
  • Geschenkversand zwischen Privatpersonen mit einem Marktwert von weniger als CHF 100, ausgenommen Alkohol und Tabakwaren.

Lesen Sie auch: Einfuhr eines Fahrzeugs in die Schweiz: Ablauf, Unterlagen und Gebühren

Was die Mehrwertsteuerbefreiung betrifft, so sind bestimmte importierte Waren je nach ihrem Wert von der Mehrwertsteuer befreit:

  • 63 CHF bei einem Mehrwertsteuersatz von 8,1 % (allgemeiner Fall);
  • 194 CHF bei einem ermäßigten Steuersatz von 2,6 % (Lebensmittel, alkoholfreie Getränke, Arzneimittel, Printmedien).

Gut zu wissen: Unternehmen, die im Import- und Exportgeschäft tätig sind, können mit einigen Tricks die Kosten für die Zollabfertigung senken.

Anleitung: Was tun, wenn eine Sendung vom Zoll zurückgehalten wird?

Bei einem Import kann es vorkommen, dass ein Paket während des Transports vom Zoll zurückgehalten wird. In diesem Fall müssen bestimmte Maßnahmen ergriffen werden, um die Situation zu klären. Hier sind die wichtigsten Schritte, die Sie befolgen sollten, um Ihre Sendung so schnell wie möglich zurückzuerhalten.

1. Sich an den richtigen Ansprechpartner wenden

Sollte ein Paket bei der Zollabfertigung aufgehalten werden, muss man sich an den Spediteur wenden und nicht direkt an die Eidgenössische Zollverwaltung. Diese Aufgabe obliegt nämlich der Post oder einem anderen Zustelldienst, der als Vermittler zwischen dem Empfänger und der Zollstelle fungiert.

2. Den Grund für die Blockade verstehen

Ein Paket kann aus verschiedenen Gründen beim Zoll zurückgehalten werden, zum Beispiel:

  • Ein beim Versand zu niedrig angegebenes Gewicht;
  • Fehlende Unterlagen, wie beispielsweise eine fehlerhafte Zollanmeldung;
  • ein falscher Gesamtwert der eingeführten Waren;
  • Das Fehlen der Zolltarifnummer oder eine falsche Mehrwertsteuer (MwSt.).

Um den genauen Grund für eine solche Sperrung zu erfahren, können Sie sich direkt telefonisch an den Spediteur wenden oder die Sendungsverfolgung online anhand der Sendungsnummer einsehen. Eine schnelle Antwort verkürzt die Zeit bis zur Aufhebung der Sperrung.

3. Die Lieferung ablehnen oder annehmen

Es gibt zwei Optionen mit unterschiedlichen Konsequenzen:

Das Paket annehmen:

  • Die vom Zoll angeforderten Dokumente müssen dem Spediteur zur Weiterleitung vorgelegt werden.
  • Wurde das Gewicht zu niedrig angegeben oder fallen zusätzliche Zollabfertigungsgebühren an, sind Zollgebühren, die Schweizer Mehrwertsteuer und Bearbeitungsgebühren zu entrichten.
  • Das Transportunternehmen erhebt zudem Verwaltungsgebühren für „Prüfung, Klärung und Lagerung“. Bei der Post beträgt der Tarif 20 Schweizer Franken ohne Mehrwertsteuer.

Die Annahme der Lieferung verweigern:

Das Paket wird an den Absender zurückgeschickt, wobei unter Umständen Rücksendekosten anfallen.

Diese Dienste, die die Zollabfertigung vereinfachen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Bezahlung von Zollgebühren in der Schweiz zu vereinfachen. Die Post bietet ihren Kunden beispielsweise an, Einfuhrgebühren bis zu 100 Schweizer Franken direkt über ihren Service „Meine Sendungen“ zu bezahlen. Das ist viel einfacher, als auf den Postboten zu warten, um die Rechnung zu begleichen.

Die vom Bundesamt für Zoll und Grenzschutz entwickelte mobile App „QuickZoll“ ermöglicht es Privatpersonen, ihre Einfuhren anzumelden, insbesondere wenn sie mit ausländischen Waren die Grenze überqueren. Der zu entrichtende Betrag kann dann direkt über das Smartphone bezahlt werden, was die Zollabfertigung vereinfacht.

Fazit

Der Import eines Produkts in die Schweiz ist mit weit mehr als nur den Anschaffungskosten verbunden. Zwischen den nach dem Bruttogewicht berechneten Zöllen, der auf die gesamten Kosten anfallenden Mehrwertsteuer und den von den Spediteuren festgelegten Zollabfertigungskosten kann die Endrechnung schnell in die Höhe schnellen. Mit einer guten Kenntnis der geltenden Vorschriften lassen sich diese Ausgaben jedoch vorhersehen und die Importe optimieren.

Es gibt bestimmte Befreiungen und Freibeträge, die Privatpersonen und Unternehmen Einsparungsmöglichkeiten bieten. Darüber hinaus erleichtern Lösungen wie die QuickZoll-App oder die Online-Dienste der Transportunternehmen die Begleichung von Zollgebühren und verringern das Risiko einer Zurückhaltung der Sendung.

Zusammenfassend lässt sich sagen: Wenn man die Schweizer Zollabläufe versteht, kann man böse Überraschungen vermeiden und ganz entspannt importieren. Ein wohlüberlegter Kauf und eine gute Vorbereitung sind der Schlüssel, um die Kosten im Griff zu behalten und die Zollabfertigung zu vereinfachen.

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