Wie berechnet man einen Wechselkurs?
Wie berechnet man einen Wechselkurs? Interbankenzinssatz, Wechselkursmargen der Finanzintermediäre und Spread: Wir erklären Ihnen alles!
Ganz gleich, ob Sie bei einem Export- oder Importunternehmen beschäftigt sind oder als Grenzgänger arbeiten – der Wechselkurs hat einen großen Einfluss auf die Beträge, die Sie ein- oder ausbezahlen. Wie berechnet man also den Wechselkurs? Xavier de Villoutreys, stellvertretender Geschäftsführer von b-sharpe, beantwortet diese Frage in einem Video, um Ihnen dabei zu helfen, Ihr Cash-Management zu optimieren.
Der Devisenmarkt ist ein sogenannter „Over-the-Counter“-Markt (OTC). Konkret bedeutet dies, dass der Kurs weder fest noch offiziell ist. Vielmehr unterliegt der Wechselkurs ständigen Schwankungen, die von den Marktteilnehmern bestimmt werden.
Der von Banken oder anderen Anbietern (Wechselstuben und Online-Wechseldienste) praktizierte Kurs für den Schweizer Franken gegenüber dem Euro wird von diesen frei festgelegt. Der angebotene Kurs hängt insbesondere von den angewandten Margen ab, die wiederum von zahlreichen Faktoren beeinflusst werden.
So sind diese Margen beispielsweise bei einer internationalen Bank (insbesondere aufgrund der Strukturkosten) logischerweise höher als bei einem vollständig digitalisierten Online-Wechseldienst wie b-sharpe.
Devisenmarkt: Wie verdienen Finanzintermediäre ihr Geld?
Auf dem Devisenmarkt ergibt sich das Einkommen des Händlers aus der Differenz zwischen dem Kurs, den er Ihnen anbietet, und dem Kurs, zu dem er sich selbst absichert.
Nehmen wir das Beispiel eines Kunden, der 30.000 Schweizer Franken verkaufen möchte, um Euro zu erhalten:
- Sie zahlen 30’000 CHF beim Finanzintermediär ein;
- Dieser bietet einen Wechselkurs von 1,12 an (das heißt, 1 Euro entspricht 1,12 Schweizer Franken);
- Sie erhalten also 26.785,71 € zurück;
- Der Vermittler verkauft die 30’000 CHF zu einem Kurs von 1,11 (1 Euro ist nur noch 1,11 Schweizer Franken wert);
- da man also mehr Euro benötigt, um die gleichen 30 000 CHF zu kaufen, erhält der Vermittler letztendlich 27 027,02 €;
- Durch einfache Subtraktion ergibt sich somit eine Marge des Vermittlers von 26.785,71 – 27.027,02 = 241,31 €.
Es liegt also auf der Hand: Je günstiger der vom Finanzvermittler angebotene Wechselkurs für seine Kunden ist, desto geringer fällt die Provision aus.
Als Kunde sollten Sie hingegen darauf achten, dass die von Ihrem Ansprechpartner (Bank, Wechselstube, Online-Wechseldienst) angebotenen Kurse ausreichend nah an den marktüblichen Kursen liegen! Zu diesem Zweck ist die Verwendung eines Währungsrechners wie dem von b-sharpe sehr zu empfehlen…
Spread und Interbankenzinssatz: Definitionen
Zweitens sollte man wissen, dass ein Wechselkurs aus zwei Komponenten besteht:
- die Verkaufsquote;
- der Ankaufspreis.
Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen wird als Spread bezeichnet. Wenn Ihnen beispielsweise mitgeteilt wird, dass das Währungspaar EUR/USD bei 1,1430 steht, handelt es sich dabei um den Durchschnitt aus dem Interbanken-Geldkurs und dem Interbanken-Briefkurs.
Eine kleine Anmerkung: Der Interbankenzinssatz bezeichnet den Zinssatz, zu dem die Großbanken untereinander handeln. Für sie ist der Spread verschwindend gering (maximal 2 Basispunkte bei den wichtigsten Währungspaaren). Je länger hingegen die Kette der Finanzintermediäre ist, desto höher ist der Spread für den Endkunden. Der Spread ist zudem höher, wenn kleine Beträge gehandelt werden.
Wie wird ein Wechselkurs berechnet?
Die Berechnung des Ihnen angebotenen Preises erfolgt immer nach dem gleichen Schema: Der Ansprechpartner schlägt auf den jeweiligen Interbankenzinssatz eine Marge (ausgedrückt in %) auf. In der Regel berechnet eine Schweizer Bank (bei Beträgen unter 50’000 CHF) eine Marge von 1,50 %.
Wenn der Interbankkurs für EUR/CHF bei 1,11 liegt, verkauft Ihnen die Schweizer Bank Euro zu 1,11 × 1,015 = 1,1266. Die CHF werden hingegen zu 1,11/1,015 = 1,0935 verkauft.
Gut zu wissen: Da sich die Struktur eines Online-Wechseldienstes von der einer Bank unterscheidet, kann er eine deutlich geringere Marge anbieten. b-sharpe bietet beispielsweise eine Marge von nur 0,50 % des Interbankenzinssatzes an.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Sie bei einer herkömmlichen Bank für 10.000 Schweizer Franken 8.876 Euro erhalten. Bei b-sharpe erhalten Sie für denselben Umtauschbetrag 8.964 Euro – das sind 88 Euro Gewinn.
Sie wissen nun, wie der Wechselkurs berechnet wird. Um dieses Wissen in die Praxis umzusetzen und Ihr Wechselkursrisiko besser zu steuern, finden Sie hier 5 Fehler, die Sie vermeiden sollten, wenn Sie das nächste Mal Ihre Schweizer Franken in Euro umtauschen möchten!


