Kaffeetasse zeigt internationale Handelsströme: Maschine (EUR), Kaffee (BRL), Porzellan (CNY), Zucker (AUD)
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Finanzen & Steuern

Wechselkursrisiko: Bin ich davon wirklich betroffen?

Da er sich oft über lange Zeiträume hinweg zurückhält, bevor er sein Opfer plötzlich überrascht, bleibt das Wechselkursrisiko die meiste Zeit relativ unbemerkt, sodass man fast schon an seiner Existenz zweifeln könnte.

In Kürze

• Das Wechselkursrisiko betrifft alle, Privatpersonen wie Unternehmen, selbst wenn alle Transaktionen scheinbar in der Landeswährung erfolgen.
• Das Beispiel eines einfachen Kaffees auf der Terrasse zeigt, wie viele Bestandteile (brasilianischer Kaffee, chinesische Tasse, australischer Zucker…) jeden Konsumenten indirekt den Schwankungen zahlreicher Währungen aussetzen.
• Das tatsächliche Ausmass dieser Exposition zu verstehen, statt ihre Existenz zu leugnen, ist der erste Schritt zu einem besseren Umgang damit.

Ganz gleich, ob Sie eine Privatperson oder ein Unternehmen sind: Vergessen Sie nicht, dass Sie so oder so zwangsläufig einem Wechselkursrisiko ausgesetzt sind. Es geht also nicht darum, ob Sie dieses finanzielle Risiko betrifft, sondern vielmehr darum, das Ausmass dieses Risikos zu kennen, um entsprechend handeln zu können.

Um dieses Wechselkursrisiko so greifbar wie möglich zu machen, laden wir Sie heute ein, in aller Ruhe bei einer Tasse Kaffee darüber zu sprechen.

Sprechen wir bei einer guten Tasse Kaffee darüber

Theoretisch betrachtet wird das Wechselkursrisiko als die Wahrscheinlichkeit definiert, durch eine Schwankung der Wechselkurse zwischen Währungen negativ betroffen zu werden.

Wenn Sie eine Privatperson oder ein Unternehmen sind, dessen sämtliche Transaktionen in der Landeswaehrung (zum Beispiel in Schweizer Franken) abgewickelt werden, könnten Sie also denken, dass Sie das Wechselkursrisiko nicht betrifft…

Ein Irrtum! Dieses finanzielle Risiko betrifft uns alle. Sie zweifeln daran? Hier ein praktisches Beispiel, das zeigt, wie sich das Wechselkursrisiko unbemerkt in unseren Alltag einschleicht.
Nehmen wir an, Sie haben sich entschieden, die schönen Tage und die Wiedereröffnung von Bars und Restaurants zu nutzen, um sich einen Kaffee auf der Terrasse zu gönnen, und Sie haben zu diesem Anlass Ihren Lieblings-Espresso bestellt, einen reinen Arabica aus Brasilien mit leicht gerösteten Noten.

Der auf der vom Kellner hinterlassenen Rechnung angegebene Preis ist zwar in Schweizer Franken ausgewiesen, doch während Sie bequem vor Ihrer noch dampfenden Tasse sitzen, machen Sie sich auf die Suche nach dem Wechselkursrisiko, dem Sie durch diese harmlose Bestellung ausgesetzt sind.

Diese kunstvoll gerösteten roten und gelben Bourbon-Bohnen stammen also nicht aus den Schweizer Bergen, sondern aus dem Landesinneren Brasiliens. Ach so, dann bin ich also den Wechselkursschwankungen des brasilianischen Real ausgesetzt!

Getroffen von dieser ersten Feststellung, verfolgen Sie Ihren Gedankengang weiter.

Diese hübsche Tasse aus chinesischem Porzellan setzt mich den Schwankungen des Yuan aus, dieser kleine Löffel aus russischem Metall den Schwankungen des Rubels, und diese beiden Stück australischer Zucker den Schwankungen des australischen Dollars…

Erstaunt betrachten Sie Ihre Tasse in einem neuen Licht, während Ihre Fantasie erneut auf Hochtouren läuft.

Schliesslich muss die Kaffeemaschine ganz sicher italienisch sein und mich den Schwankungen des Euro aussetzen. Und um all diese Bestandteile zu transportieren, müssen die internationalen Transportkosten wohl in Dollar ausgewiesen sein und mich folglich den Schwankungen des Greenback aussetzen…

Brasilianischer Real, chinesischer Yuan, russischer Rubel, indische Rupie, Euro und US-Dollar… Noch nie hat Sie ein Kaffee auf eine so lange Reise mitgenommen!

Ein allgegenwärtiges Risiko

Wenn schon eine einfache Tasse Kaffee nicht weniger als 6 Währungen ins Spiel bringt, stellen Sie sich einmal die lange Liste an Währungen vor, denen uns die Globalisierung heute aussetzt…

Sofern Sie kein grosser Kaffeetrinker sind, werden diese Schwankungen (so unerwünscht sie auch sein mögen) natürlich keine grossen Auswirkungen auf Ihr Budget haben.

Ob es nun um Ihr Privatleben oder um Ihr Unternehmen geht: Hinter den meisten unserer Transaktionen verbirgt sich heute ein mehr oder weniger grosses Wechselkursrisiko, dessen Sie sich zumindest bewusst sein sollten.

Sobald Sie Ihre verschiedenen Währungsengagements kennen, können Sie die geeigneten Entscheidungen treffen, um Ihr Wechselkursrisiko gegebenenfalls zu reduzieren, sei es durch die Umrechnung Ihrer Währungen oder durch die Umsetzung einer Strategie zur Reduzierung des Wechselkursrisikos.

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