Unternehmen: In welcher Währung sollte man sich finanzieren?
Mit der Internationalisierung der Kapitalmärkte kann ein Unternehmen heute Finanzmittel in Fremdwährungen wesentlich leichter beschaffen als früher. Ob es sich nun für einen Bankkredit, eine Kapitalbeschaffung oder einen Börsengang entscheidet – Ihrem Unternehmen steht somit eine breite Palette an internationalen Optionen zur Verfügung. Es müssen jedoch triftige Gründe vorliegen, die den Wunsch eines Unternehmens begründen, sich in einer Fremdwährung statt in der eigenen Landeswährung zu finanzieren. Erläuterungen.
Das eigene Unternehmen in Landeswährung finanzieren
Für die meisten Unternehmen erfolgen die ersten Finanzierungen in der Regel in der Landeswährung, um unnötige Komplikationen zu vermeiden. Und das aus gutem Grund: Ob es darum geht, Geld zu leihen, Kapital zu beschaffen oder an die Börse zu gehen – auf lokaler Ebene lassen sich diese Schritte in der Regel leichter umsetzen.
Da der Hauptmarkt eines Unternehmens oft der Standortmarkt ist, ist es nur logisch, dass sich Unternehmen instinktiv in ihrer Landeswährung finanzieren (da dies ihre Rechnungs- und Zahlungswährung ist).
Im Laufe ihrer Entwicklung – und auch dann, wenn sie beginnen, international zu expandieren – neigen Unternehmen daher dazu, weiterhin auf nationale Finanzierungslösungen zurückzugreifen, selbst wenn sie die so beschafften Mittel später in die Fremdwährung(en) umtauschen müssen, die sie in geringem Umfang benötigen.
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Das eigene Unternehmen in Fremdwährung finanzieren
Auch wenn die Finanzierung in Landeswährung nach wie vor die Regel ist, bietet die Finanzierung in Fremdwährung ebenfalls gewisse Vorteile.
So wie der Erwerb einer Immobilie im Ausland oder Investitionen in ausländische Währungen das Spektrum der verfügbaren Optionen erweitern, ermöglicht auch die Suche nach einer Finanzierungsquelle außerhalb der Landesgrenzen, den Wettbewerb besser zu nutzen.
Zinsniveau, erforderliche Sicherheiten, Modalitäten der Mittelbereitstellung … Die Merkmale einer Finanzierungsquelle können von einem Währungsraum zum anderen stark variieren. Indem ein Unternehmen sich für eine internationale Finanzierung entscheidet, erhöht es somit die Wahrscheinlichkeit, genau das Richtige für sich zu finden!
Beachten Sie jedoch, dass ein Kredit in Fremdwährung ein Wechselkursrisiko mit sich bringt. Handelt es sich um einen Kredit mit variablem Zinssatz, sind Sie zudem einem kombinierten Zins- und Wechselkursrisiko ausgesetzt, dessen Bewältigung unter Umständen komplex sein kann.
Im Rahmen einer Kapitalbeschaffung oder eines Börsengangs kann sich ein Unternehmen auch dafür entscheiden, sich in einer anderen Währung als seiner Landeswährung zu finanzieren, um beispielsweise von der Liquidität eines ausländischen Marktes oder einer größeren Medienpräsenz auf seinem Zielmarkt zu profitieren.
Schweizer oder europäische Start-ups könnten daher dazu veranlasst werden, sich an US-amerikanische Fonds zu wenden, um ihr Wachstum in Dollar zu finanzieren, wenn die Summen für das lokale Ökosystem zu hoch sind.
In ähnlicher Weise waren chinesische Unternehmen eine Zeit lang von der Aussicht auf einen Börsengang an der New Yorker Börse begeistert, um in der westlichen Welt an Sichtbarkeit zu gewinnen (bevor sie von Peking zur Ordnung gerufen wurden).
Schweizer Franken, Euro, US-Dollar… Welche Währung soll man wählen?
Wenn es um die Finanzierung ihres Wachstums geht, entscheiden sich Unternehmen meist für die stabilsten und sichersten Währungen wie den Schweizer Franken, den Euro oder den US-Dollar. Die Wahl der jeweiligen Währung hängt dabei sowohl von unternehmensinternen als auch von externen Faktoren ab (die das wirtschaftliche, finanzielle, politische und monetäre Umfeld betreffen).
Um die richtigen Entscheidungen zu treffen und von den besten Finanzierungsbedingungen zu profitieren, ist es daher wichtig, die Zinssätze der verschiedenen Währungsräume sowie die Tiefe des Kapitalmarktes, aber auch und vor allem die Qualität der angebotenen Dienstleistungen zu vergleichen.
Schließlich ist es bei einer Finanzierung in Fremdwährung unerlässlich, die Wettbewerbsfähigkeit der Wechselkurse der betreffenden Währung zu prüfen, insbesondere wenn Sie beabsichtigen, Ihre Ausgaben in anderen Währungen zu tätigen.
So zögern einige Schweizer oder europäische Unternehmen nicht, Finanzierungen in US-Dollar anzunehmen, um diese anschließend in die Währungen umzuwandeln, die für die Erschließung ihrer Zielmärkte erforderlich sind (beispielsweise das britische Pfund für das Vereinigte Königreich, den Renminbi für China oder den Yen für Japan).
Das Wechselkursrisiko absichern
Wenn sich ein Unternehmen in einer Fremdwährung finanziert, setzt es sich einem Wechselkursrisiko aus. Dabei handelt es sich um die Wahrscheinlichkeit, dass sich der Wechselkurs zwischen dem Zeitpunkt der Kreditaufnahme und dem Zeitpunkt der Rückzahlung zu seinen Ungunsten entwickelt.
Um solche Enttäuschungen zu vermeiden, kann das Unternehmen den Wechselkurs seiner Transaktionen jedoch durch eine Absicherungsstrategie festschreiben, beispielsweise durch den Kauf von Terminkontrakten.
Sie verfügen nun über die wichtigsten Informationen, um Ihre Finanzierungswährung auszuwählen. Sobald Sie Ihre Wahl getroffen haben, müssen Sie nur noch die Wechselkurse für Ihren Finanzplan festlegen!


