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Leitfaden für die Stellensuche in der Schweiz

Mit ihren renommierten Unternehmen und hohen Gehältern zieht die Schweiz jedes Jahr zahlreiche Menschen an, die auf der Suche nach einer Arbeitsstelle in einem Land sind, in dem es sich gut leben lässt. Da der Wettbewerb hart ist, muss man sich auf die Stellensuche in der Schweiz sorgfältig vorbereiten.

In Kürze

• Der Schweizer Arbeitsmarkt gliedert sich in 101 Beschäftigungsregionen, jede mit eigenen sektoralen Besonderheiten und eigenem Attraktivitätsniveau.
• In der Westschweiz dominieren Tourismus, Hotellerie, Luxus und Finanzdienstleistungen, mit Genf als Zentrum (UNO, WHO, ILO, CERN).
• Die bestbezahlten Berufe finden sich im Finanzsektor mit einem Durchschnittslohn von über 9200 CHF brutto/Monat, gefolgt von IT und Pharma.

Wie findet man einen Job in der Schweiz? Gibt es Besonderheiten, die man kennen sollte, bevor man sich auf dem Schweizer Arbeitsmarkt bewirbt? In welchen Berufen und Branchen wird in der Schweiz Personal gesucht?

Dieser Leitfaden zur Stellensuche in der Schweiz fasst die wichtigsten Informationen für Sie zusammen.

Wie funktioniert der Arbeitsmarkt in der Schweiz?

Die Schweiz lässt sich in mehrere Arbeitsmarktregionen unterteilen, die jeweils spezifische Anforderungen an die Personalbeschaffung haben. Gemäss dem Bundesamt für Statistik (BFS) gibt es auf Schweizer Gebiet 101 Arbeitsmarktregionen, davon 16 grosse Regionen.

Zu nennen sind etwa die Arbeitsmarktregion der Westschweiz im Westen (zu der die Kantone Genf, Neuenburg, Waadt, Freiburg und Jura gehören), aber auch die Regionen der Deutschschweiz und der italienischen Schweiz weiter im Osten.

Da jede dieser Regionen ihre eigenen Besonderheiten in Bezug auf die Beschäftigung aufweist, kann die Attraktivität des Schweizer Arbeitsmarkts von Region zu Region variieren (aber auch insgesamt im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern, insbesondere aufgrund der Entwicklung des Euro- und des Schweizer-Franken-Kurses).

Die attraktivsten Branchen in der Westschweiz

In der Westschweiz ist der Arbeitsmarkt besonders dynamisch. Er konzentriert sich auf die Branchen Tourismus, Hotellerie und Luxusgüter sowie ganz allgemein den Dienstleistungssektor (IT, Banken, Versicherungen). In diesen Branchen besteht eine relativ hohe Nachfrage nach Temporärstellen und befristeten Arbeitsverträgen, aber auch nach unbefristeten Stellen.

Die Stadt Genf ist bereits für sich genommen ein bedeutender Anziehungspunkt. Hier haben zahlreiche internationale Unternehmen und Organisationen ihren Sitz, wie etwa die Hauptsitze der Vereinten Nationen, der WHO (Weltgesundheitsorganisation), der ILO (Internationale Arbeitsorganisation) und des CERN (Europäische Organisation für Kernforschung).

Die bestbezahlten Berufe in der Schweiz finden sich im Finanzsektor (Banken und Versicherungen). Über alle Qualifikationsstufen hinweg liegt das durchschnittliche Bruttomonatsgehalt in dieser Branche bei über 9’200 CHF (das sind mehr als 8’500 €). Auch die Branchen Informatik, Chemie und Pharma sind sehr gut bezahlt. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel über die Löhne in der Schweiz.

In welchen Berufen wird in der Schweiz Personal gesucht?

Laut der Website organismes.org lautet die Liste der 15 Berufe mit der höchsten Nachfrage in der Schweiz wie folgt:

  1. Haushaltshilfen
  2. Pflegehelfer
  3. Verkäufer (insbesondere im Einzelhandel)
  4. Führungskräfte im Rechnungswesen, Finanz- und Verwaltungsbereich
  5. Pflegefachpersonen und Hebammen
  6. Informatik- und Telekommunikationsingenieure
  7. Mitarbeitende in Lehre und Forschung
  8. Vertriebs- und technische Vertriebsleiter
  9. Fachkräfte für Verwaltung, Buchhaltung und Finanzen
  10. Fachpersonen aus Kunst und Unterhaltung
  11. Mitarbeitende im Gastgewerbe (Cafés, Hotellerie, Restauration)
  12. Paramedizinische Berufe
  13. Führungskräfte im Bank- und Versicherungswesen
  14. Handelsvertreter
  15. Handelsvermittler

Beachten Sie, dass die gesuchten Berufe von Kanton zu Kanton sehr unterschiedlich sein können, selbst innerhalb derselben Branche. Der Arbeitsmarkt in Genf unterscheidet sich somit von jenem in Lausanne, Neuenburg oder Zürich. Bei Ihrer Stellensuche in der Schweiz sollten Sie die kantonalen Besonderheiten berücksichtigen.

Stellensuche in der Schweiz: Gibt es Besonderheiten beim Lebenslauf zu beachten?

Um bei Ihrer Stellensuche in der Schweiz erfolgreich zu sein, sollten Sie alle Chancen auf Ihrer Seite haben. Auch wenn der Lebenslauf nicht alles ist, kann er verhindern, dass Ihre Bewerbung bereits vor Beginn des Auswahlverfahrens aussortiert wird. In der Schweiz unterscheiden sich die Anforderungen an den Lebenslauf etwas von denen anderer Länder, wie zum Beispiel Frankreich.

Während französische Personalverantwortliche kurze Lebensläufe bevorzugen (in der Regel eine einzige Seite), kann ein Schweizer Lebenslauf mehrere Seiten umfassen. Schweizer Personalverantwortliche schätzen nämlich Lebensläufe, die sämtliche beruflichen Erfahrungen und Kompetenzen der Bewerberin oder des Bewerbers detailliert darstellen.

Geben Sie zu jeder Erfahrung die Grösse des Unternehmens an (Umsatz oder Mitarbeiterzahl), dessen Branche sowie den Standort. Dasselbe gilt für Ihre Ausbildungen. Erklären Sie Abkürzungen so weit wie möglich, damit die Schweizer Personalverantwortlichen Ihren Werdegang vollständig verstehen können.

Denken Sie bei Ihren persönlichen Angaben daran, Ihre Staatsangehörigkeit anzugeben. Wenn Sie Französin oder Franzose sind und in der Schweiz arbeiten möchten (zum Beispiel als Grenzgängerin oder Grenzgänger), ist es üblich, dies zu vermerken. Geben Sie in diesem Fall die Vorwahl für Frankreich (+33) vor der auf Ihrem Lebenslauf angegebenen Telefonnummer an.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn Sie Ihren Führerausweis der Kategorie B erwähnen, weisen Sie ausdrücklich darauf hin, dass es sich um Ihren Führerausweis handelt; in der Schweiz steht die Bezeichnung „Ausweis B” nämlich auch für eine Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung!

Schliesslich enthalten Schweizer Lebensläufe sehr oft eine Rubrik „Referenzen”. Nennen Sie dort die Namen, Positionen und Kontaktdaten Ihrer früheren Arbeitgeber, Kundinnen und Kunden sowie Lieferanten (mit deren Einverständnis). Schweizer Personalverantwortliche können sich so mit ihnen über Ihr Profil und Ihre Kompetenzen austauschen. Das macht in der Schweiz noch mehr als in Frankreich einen klaren Unterschied.

Wo beginnt man am besten mit der Stellensuche in der Schweiz?

Es überrascht nicht, dass Stellenportale in der Schweiz (in der Westschweiz oder anderswo) einen ausgezeichneten Ausgangspunkt für die Arbeitssuche darstellen. Jobbörsen, Aggregatoren und andere Stellenplattformen vereinen an einem Ort Hunderte von Stellenanzeigen.

Diese Stellenangebote stammen sowohl von Schweizer Personalvermittlungsagenturen als auch von grossen Schweizer Unternehmen, KMU sowie öffentlichen Institutionen auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene. Mit wenigen Klicks können Sie sich so ein genaues Bild vom Schweizer Arbeitsmarkt machen, den Sie anvisieren.

Hier eine Auswahl an Stellenportalen in der Schweiz, die für ihre Relevanz bekannt sind:

  • Jobs.ch: eine führende Stellenbörse in der Schweiz, auf der zahlreiche Stellenanzeigen (über 80’000) zu finden sind, gegliedert nach Funktionen und Branchen.
  • Jobup: über 37’000 verfügbare Stellenangebote, die Sie mittels Suche nach Kanton und Schweizer Stadt finden können.
  • Jooble: eine mittlerweile unverzichtbare Website, auf der Sie Schweizer Stellenangebote nach gewünschtem Gehaltsniveau suchen können.
  • Indeed: derzeit der grösste Aggregator für Schweizer Stellenangebote.

Zu beachten: Diese Websites listen sowohl Stellenangebote in der Schweiz für ausländische als auch für Schweizer Arbeitnehmende auf.

Es wäre jedoch ein Fehler, Ihre Stellensuche in der Schweiz allein auf diese Websites zu beschränken: Die dort veröffentlichten Stellenanzeigen werden von Hunderten von Personen aufgerufen. Es ist daher besonders schwierig, mit Ihrer Bewerbung aus der Masse herauszustechen.

Parallel dazu empfehlen wir Ihnen, Schweizer Personalvermittlungsagenturen zu kontaktieren, Initiativbewerbungen zu versenden und auf beruflichen sozialen Netzwerken wie LinkedIn aktiv zu sein.

Wir hoffen, dass Ihnen dieser Leitfaden zum Schweizer Arbeitsmarkt hilft, Ihre Stellensuche in der Schweiz erfolgreich zu gestalten. Wenn Sie den genauen Gegenwert Ihres zukünftigen Schweizer Gehalts in Euro berechnen möchten, laden wir Sie ein, unseren Währungsrechner zu nutzen.

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