Kassakurs und Terminkurs: Was sind die Unterschiede?
Die Begriffe „Kassakurs“ und „Terminkurs“ bezeichnen aktuelle und zukünftige Wechselkurse, die im Rahmen von Devisengeschäften verwendet werden können. Sie stehen zwar in einem Zusammenhang, unterscheiden sich jedoch in vielerlei Hinsicht. Erläuterungen.
• Der Spot-Kurs entspricht einer sofortigen Währungsumrechnung (Lieferung innert 2 Tagen), während der Forward-Kurs zu einer Umrechnung an einem festgelegten künftigen Datum verpflichtet.
• Die Differenz zwischen diesen beiden Kursen hängt vom Zinsdifferential zwischen den betroffenen Währungen ab und kann über Instrumente wie Devisenswaps genutzt werden.
• Diesen Unterschied zu verstehen ermöglicht es, die Rendite der Fremdwährungsliquidität je nach kurz- oder mittelfristigem Umrechnungsbedarf zu optimieren.
Da die Zinssätze nicht zwangsläufig in jeder Währungszone gleich hoch sind, kann es für Sie je nach Situation von Vorteil oder von Nachteil sein, während eines bestimmten Zeitraums eher die eine als die andere Währung zu halten.
Hier finden Sie eine vollständige Übersicht der wichtigsten Informationen, um den Unterschied zwischen dem „Kassakurs“ und dem „Terminkurs“ genau zu verstehen und sich von dieser Feinheit des Devisenmarkts nicht mehr überraschen zu lassen.
Was ist der Kassakurs?
Der Kassakurs (auch „Spotkurs“ oder „Referenzkurs“ genannt) entspricht dem auf dem Markt angebotenen Wechselkurs für eine sofortige Umrechnung und Lieferung (innerhalb von 2 Tagen) Ihrer Devisen.
Hinweis: Dies ist der Kurs, der für Ihre Devisengeschäfte mit b-sharpe gilt.
Was ist der Terminkurs?
Der Terminkurs (auch „Forward-Kurs“ genannt) entspricht dem auf dem Terminmarkt angebotenen Wechselkurs, zu dem sich ein Marktteilnehmer verpflichtet, eine Devise zu einem festgelegten Wechselkurs zu kaufen oder zu verkaufen, jedoch zu einem späteren Zeitpunkt.
Hinweis: In bestimmten Sonderfällen, beispielsweise bei Zahlungen mit Valuta heute (T) oder T+1, kann der Fälligkeitstermin auch früher liegen.
Kassakurs vs. Terminkurs
Auch wenn Kassakurs und Terminkurs beide live notierte Wechselkurse sind, stellt Ersterer eine Verpflichtung dar, Devisen sofort umzutauschen, während Letzterer eine Verpflichtung darstellt, sie zu einem späteren Zeitpunkt umzutauschen (zum Beispiel in 3 Monaten).
Nehmen wir nun an, dass Ihre Schweizer Franken (CHF) eine Rendite von null erzielen, während die US-Dollar (USD), die Sie erwerben möchten, eine um 50 Basispunkte höhere Rendite bieten.
Wenn Sie sicher wissen, dass Sie in 3 Monaten US-Dollar benötigen werden, könnten Sie versucht sein, Ihre Schweizer Franken so schnell wie möglich in Dollar umzutauschen, um in den nächsten 3 Monaten von einer besseren Rendite zu profitieren.
In solchen Situationen können Sie auf bestimmte Finanzprodukte wie Devisenswaps zurückgreifen, um das Zinsdifferential zwischen zwei Währungszonen zu nutzen und die bestmögliche Rendite für Ihre Liquiditätsüberschüsse zu erzielen.
Deport (Backwardation)
Wenn der Kassa-Wechselkurs höher ist als der Termin-Wechselkurs, befindet sich der Markt in einer Deport-Situation (auf Englisch: backwardation). In einer solchen Situation gilt: Je weiter die Fälligkeit des Kontrakts in der Zukunft liegt, desto niedriger ist der Terminkurs und desto stärker liegt er unter dem Kassakurs.
Diese Situation spiegelt ein Zinsdifferential wider, das für die im Zähler stehende Devise (die zuerst in einem Wechselkurs genannt wird) attraktiver ist als für die im Nenner des Wechselkurses stehende Devise (die an zweiter Stelle genannt wird).
Beispiel: Befindet sich das Paar EUR/GBP zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Deport-Situation, so ist die vom Euro (EUR) gebotene Rendite wahrscheinlich höher als die des britischen Pfunds (GBP). Verfügen Sie also über grosse Pfund-Bestände auf Ihren Konten, die Sie erst in 3 Monaten benötigen, können Sie einen 3-monatigen SWAP-Kontrakt mit dem Euro nutzen, um von den besseren Zinssätzen der Einheitswährung zu profitieren und so Geld zu verdienen.
Report (Contango)
Wenn der Kassa-Wechselkurs niedriger ist als der Termin-Wechselkurs, befindet sich der Markt in einer Report-Situation (auf Englisch: contango). In einer solchen Situation gilt: Je weiter die Fälligkeit des Kontrakts in der Zukunft liegt, desto höher ist der Terminkurs und desto stärker liegt er über dem Kassakurs.
Diese Situation spiegelt ein Zinsdifferential wider, das für die im Nenner stehende Devise (die an zweiter Stelle in einem Wechselkurs genannt wird) attraktiver ist als für die im Nenner des Wechselkurses stehende Devise (die an erster Stelle genannt wird).
Beispiel: Befindet sich das Paar EUR/USD zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer Report-Situation, so ist die vom US-Dollar (USD) gebotene Rendite wahrscheinlich höher als die des Euro (EUR). Verfügen Sie also über grosse Euro-Bestände auf Ihren Konten, die Sie erst in 3 Monaten benötigen, können Sie einen 3-monatigen SWAP-Kontrakt mit dem US-Dollar nutzen, um von den besseren Zinssätzen des Greenbacks zu profitieren und so Geld zu verdienen.
Welchen Kurs sollten Sie für Ihre Devisengeschäfte wählen?
Auch wenn ausgeklügelte Arbitragestrategien zwischen Kassa- und Terminkursen mitunter von professionellen Tradern und Spekulanten eingesetzt werden, ergeben solche Praktiken für ein nicht-finanzielles Unternehmen nur wenig Sinn.
In den meisten Fällen wird ein Unternehmen daher vorziehen, seine Devisen zum Kassakurs umzutauschen, wenn es eine internationale Zahlung erhält oder eine Zahlung in Fremdwährung leisten muss. Sind diese Zahlungen nicht unmittelbar fällig und ist das Zinsdifferential zwischen den beiden Währungen zu seinen Gunsten, kann das Unternehmen auf einen Devisenswap zurückgreifen, um die Rendite seiner Liquidität zu maximieren.
In bestimmten besonderen Situationen, insbesondere im Rahmen sogenannter Absicherungsstrategien zur Reduzierung des Wechselkursrisikos, kann das Unternehmen jedoch auf Finanzprodukte wie Devisentermingeschäfte zurückgreifen, um sich abzusichern.
Vorsicht vor scheinbar attraktiven Wechselkursen
Ebenso wie manche Wechselanbieter eine hohe und intransparente Gebührenstruktur anbieten können, nutzen manche Finanzintermediäre bisweilen den Unterschied zwischen Kassakurs und Terminkurs aus, um scheinbar attraktive Wechselkurse anzubieten.
So könnten Ihnen diese Vermittler bei Währungspaaren in einer Deport-Situation (wenn der Terminkurs unter dem Kassakurs liegt) einen auf den ersten Blick sehr wettbewerbsfähigen Wechselkurs anbieten (da er dem Kassakurs sehr nahekommt), der jedoch in Wirklichkeit vollkommen überteuert ist (da er deutlich höher liegt als der Terminkurs, der dem Zeithorizont entspricht, zu dem Ihre Devisen tatsächlich umgetauscht werden …).
Bei b-sharpe werden all Ihre Devisengeschäfte zum Kassakurs abgewickelt, und Ihre Gelder gehen noch am selben Tag oder am nächsten Werktag auf Ihren Konten ein! Wir unterstützen Sie zudem gerne bei der Optimierung Ihres Devisenmanagements für Ihr Unternehmen.
Die von unserem Währungsrechner angezeigten Wechselkurse sind also keine Terminkurse, die erst in mehreren Wochen oder sogar Monaten verfügbar sind, sondern einfache, transparente und sofort verfügbare Kassakurse.


